Konzeption Klinikumkrippe

1. Vorwort

Dieses Konzept soll unsere pädagogische Arbeit mit Kleinstkindern transparenter machen für Eltern, Träger, Mitarbeiter/innen, Jugendamt und andere Behörden und Institutionen.


Entstehung der Kinderkrippe am Klinikum:

Das Klinikum, vertreten durch Herrn Stern, ist im Januar 2008 mit dem Vorhaben an den Caritasverband herangetreten, eine Betriebskinderkrippe zu schaffen, mit dem Ziel dem Personal des Klinikums eine interne Betreuungsmöglichkeit für deren Kleinstkinder anzubieten.
Am 05. September  2008 wurde zusammen mit Frau Wagner (Jugendamt), Herrn Stern (Klinikum), Herrn Weißenborn (Geschäftsführer Caritasverband) und Frau Neumann (Leiterin der Caritas-Kinderkrippe Starzenbachweg) ein Besichtigungstermin der Räume und des Geländes anberaumt.
Bei diesem Termin teilte Herr Stern mit, dass das Vorhaben leider vorerst auf Eis gelegt werden muss und eine weitere Entscheidung abgewartet wird.
Im Dezember 2008 wurde die Idee der Kinderkrippe erneut aufgegriffen und eine Realisierung für September 2009 festgelegt.
In den nächsten Monaten wurde geplant, umgebaut und ausgestattet. Da die neuen Räume im  September 2009 noch nicht bezugsfertig waren, begann der Krippenbetrieb in Behelfsräumen im Schwesternhaus B. Der Einzug in die Kinderkrippenräume erfolgte dann am 01.11.09.

Bedanken wollen wir uns noch beim  Kunstkurs des Comenius-Gymnasium, die die Räume mit Wandbildern gestaltet haben.

Aktuell wird die Krippe von Kindern des Klinikpersonals und von externen Eltern belegt.


2. Rahmenbedingungen


2.1  Größe   
 Eingruppig mit 12 Kindern im Alter von 8 Monaten bis 3 Jahre

2.2  Räume   Gruppenraum mit Ess-Platz und Kreativtisch, Turn- und
Bewegungsraum, Schlafraum, Wickel- und Waschraum, Abstellraum, Büro

2.3 Unser Personal  Anne Berberich Leitung/Pädagogische Fachkraft
                                  Bianca Demmel Kinderpflegerin
                                  Anna Oswald  Hilfskraft
                                  Zusätzlich nach Möglichkeit eine/n Praktikant/in vom Bundesfreiwilligendienst oder                                   von der Fachakademie für Sozialpädagogik

2.4 Öffnungszeiten   Montag bis Freitag von 7.00 Uhr – 15.30 Uhr
                                   Nach Bedarf kann die Öffnungszeit bis 17:00 Uhr verlängert werden.
                            
Die Einrichtung hat zwischen 26 und 28 Schließtage.
                            

2.5 Kosten                            EXTERN                                    KLINIKUM
Monatsbeiträge:         3 – 4 Stunden       104,-- €       3 – 4 Stunden         80,--€
                                   4 – 5 Stunden       130,-- €       4 – 5 Stunden       100,--€
                                   5 – 6 Stunden       156,-- €       5 – 6 Stunden       120,--€
                                   6 – 7 Stunden       182,-- €       6 – 7 Stunden       140,--€
                                   7 – 8 Stunden       208,-- €       7 – 8 Stunden       160,--€
                                   8 – 9 Stunden       234,-- €       8 – 9 Stunden       180,--€
                                   9 – 10 Stunden     260,-- €       9 – 10 Stunden     200,--€

In der Eingewöhnungszeit (8 Wochen) werden für 2 – 3 Std. monatl. 78,--€  berechnet. 
                                         
Essensgeld:  monatlich   10,-- Euro vormittags Brotzeit    /    30,-- Euro Mittagsessen
                                            10,-- Euro nachmittags Brotzeit

Die Mindestbuchungszeit beträgt 20 Wochenstunden.

2.6 Lage Zentrumsnah

Krippe mit eigenen Garten, Untergebracht im Erdgeschoss eines Schwesternwohnheimes                   

3. Das Bild vom Kind

Der neugeborene Mensch kommt als „kompetenter Säugling“ zur Welt. Bereits unmittelbar nach der Geburt beginnt der Säugling, seine Umwelt zu erkunden und sich mit ihr auszutauschen. Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit und übernehmen dabei entwicklungsangemessene Verantwortung, denn der Mensch ist auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit hin ausgelegt. Bereits sehr kleine Kinder sind eher aktive Mitgestalter ihres Verstehens als passive Teilhaber an Umweltereignissen und können ihre Bedürfnisse äußern. Sie wollen von sich aus lernen. Jedes Kind unterscheidet sich durch seine Persönlichkeit und Individualität von anderen Kindern.
Kinder haben Rechte – universell verankert in der UN-Kinderrechtskonvention.

4. Bildungsauftrag

Wie Kindertageseinrichtungen ihren Bildungsauftrag optimal umsetzen, dazu gibt der im Herbst 2005 eingeführte Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan (BayBEP) den Trägern und pädagogischen Fachkräften Orientierung. Bewusst belässt der BayBEP einen großen pädagogischen Freiraum. Er stellt das Kind in seiner jeweiligen Entwicklungsphase in den Vordergrund und setzt auf eine ganzheitliche Bildungspraxis, ermöglicht den Kindern viel Mitsprache und Mitgestaltung, im Sinne von Partizipation und Konstruktion und sie dadurch in all ihren Basiskompetenzen zugleich stärkt. Zentreale Ziele sich die Stärkung der Kinder, der kindlichen Autonomie und der sozialen Bildungsqualität von Anfang an wirkt sich auf die Zukunft unserer Kinder und deren weitere Bildungs- und Entwicklungschancen nachhaltig aus.
Nach den gesetzlichen Grundlagen für die Pädagogik arbeiten wir mit dem Programm des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG)

4.1 § 3 Schutzauftrag / Kinderschutz
Natürlich haben wir als pädagogisches Fachpersonal darauf zu achten, dass das Wohl des Kindes nicht gefährdet wird. Um dem Kind einen wirksamen Schutz zu gewährleisten werden auch immer die Eltern in die Gefährdungseinschätzung mit einbezogen, sowie das Jugendamt, wenn erforderlich.
Wir, das Fachpersonal als auch der Träger der Einrichtung, stehen den Eltern gerne beratend und helfend zur Seite.
Bei der Anmeldung zum Besuch einer Kindertageseinrichtung sollen die Personensorgeberechtigten eine Bestätigung der Teilnahme des Kindes an der letzten fälligen altersentsprechenden Früherkennungsuntersuchung vorlegen. Denn wir sind bei Nichtvorlage einer Bestätigung verpflichtet, die Personensorgeberechtigten zu benachrichtigen, dass die Teilnahme ihres Kindes an den Früherkennungsuntersuchungen sichergestellt ist. (Art. 18 BayKiBiG)

5. Allgemeines und Spezifisches an Bildung im Kleinkindalter

Im Kleinkindalter liegen die wichtigsten Erkenntnisse in der Wahrnehmung im Bündnis mit der Bewegung dabei nutzt der Säugling alle Sinne für die Erforschung seiner Umwelt und verbessert damit seine subjektiven Wahrnehmungsmöglichkeiten. In diesem Entdecken von Welt bedienen sich die Kinder der von Menschen geschaffenen (Denk-) Werkzeuge wie der Sprache, aber auch der nonverbalen Kommunikation (Gestik, Mimik) sowie Objekten/Gegenständen für bestimmte Situationen, wie den Löffel beim Essen. Erwachsenen stellen diese Werkzeuge zur Verfügung, sie werden im Bildungsprozess zu
Ko-Konstrukteuren, indem beide voneinander lernen. Im Kleinkinderalter werden Werkzeuge vor allem in Spielsituationen erprobt. Die Spielhandlungen ermöglichen Kindern ein Lernen ohne Erfolgsdruck.

6. Unsere Eingewöhnung

Wir wollen - gemeinsam mit Ihnen – Ihrem Kind diesen Anfang erleichtern.
Daher beginnt für alle Kinder die Zeit in der Kinderkrippe mit einer Eingewöhnungszeit, um gezielt den Kindern den Übergang von der vertrauten Familienwelt in die noch unbekannte Welt der Kinderkrippe zu erleichtern. Bis Ihr Kind sich mit der neuen Umgebung vertraut gemacht und eine vertrauensvolle Beziehung zu seiner Erzieherin aufgebaut hat, ist es notwendig, dass Sie Ihr Kind in dieser ersten Zeit begleiten und unterstützen.
Sie als Mutter oder Vater geben Ihrem Kind die Sicherheit, die es braucht, um sich auf das Neue erfolgreich einlassen zu können. Außerdem haben Sie dadurch als Eltern die Möglichkeit, uns und den Tagesablauf der Kinderkrippe kennenzulernen. Gerne sprechen wir mit Ihnen über die Entwicklung Ihres Kindes, seine Gewohnheiten und Vorlieben. Dieser gemeinsame Austausch ist wichtig für die pädagogische Arbeit mit Ihrem Kind.

Dauer der Eingewöhnungszeit
Die Dauer der Eingewöhnungszeit beträgt in unserer Kinderkrippe
8 Wochen. Manchmal können jedoch unvorhersehbare Situationen eintreten, die eine Verlängerung der Eingewöhnungszeit erfordern. Den genauen individuellen Ablauf der Eingewöhnung Ihres Kindes werden wir mit Ihnen ausführlich besprechen.

7. Pädagogische Arbeit

7.1 Grundsätze für eine individuelle Förderung
Wir gehen in unserer pädagogischen Arbeit von den realen Lebenssituationen der Kinder aus, wie zum Beispiel ihre Erlebnisse aus dem Alltag, die bisherigen Erfahrungen sowie die Bedürfnisse und ihre sozialen Bedingungen. Die individuelle Persönlichkeit jedes Kindes wird von den Erzieherrinnen ernst genommen und respektiert. Den Kindern soll es möglich sein unseren Tagesablauf mitzugestalten. Wir unterstützen die natürliche Neugier. Lernbereitschaft und Motivation der Kinder durch spielerische Angebote und lassen sie auch ihre eigenen Ideen, Phantasie und Kreativität einbringen. Konflikte werden den Kindern nicht abgenommen, vielmehr ermuntern wir sie und unterstützen sie dabei, selbst nach Lösungen zu suchen. Der Bildungsalltag in unserer Einrichtung ist geprägt durch Entdecken, Erfinde, Erleben und Begreifen.

7.2 Basiskompetenzen
Primär geht es uns in unserer erzieherischen Arbeit darum, dass sich die Kinder bei uns wohl fühlen. Denn nur dann können die Kinder sich an den vielen neuen Erfahrungen, die sie in der Einrichtung sammeln, erfreuen.
Denn die Kinderkrippe ist eine kleine Gemeinschaft neben der Familie, die den Kindern viele Kontaktmöglichkeiten bietet. Bei unserer Arbeit gehen wir in erster Linie von den Stärken der Kinder aus.

Personale Kompetenzen

  • Selbstwahrnehmung: (Selbstwertgefühl, positive Selbstkompetenz und Selbstvertrauen)
  • Motivierte Kompetenzen: (Neugier, Interessen, Autonomieerleben, Kompetenzerleben, Selbstwirksamkeit und -Regulation)
  • Kognitive Kompetenzen: (Differenzierte Wahrnehmung, Denkfähigkeit, Gedächtnis, Problemlösefähigkeit, Fantasie und Kreativität)
  • Physische Kompetenz: (Verantwortung für Gesundheit und körperliche Wohlbefinden, grob- und feinmotorische Kompetenzen, Fähigkeit zur Regulierung körperlicher Anspannung)

Die Kinder lernen, wie sie sich in dieser neuen Gemeinschaft zurechtfinden, ihren Platz in der Gruppe finden, Freundschaften schließen, ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln, zugleich aber auch lernen sie, wie man Konflikte löst.
Durch Spiele motivieren wir die Kinder dazu ihre kindliche Phantasie auszuleben.
Wir unterstützen sie auf ihrem Weg zum selbständigen Handeln und Entscheiden.

7.3 Integration/Inklusion
Die pädagogische Inklusion geht von der Einzelpersönlichkeit des Kindes aus und das ohne jede voreilige Etikettierung in Bezug auf körperliche oder sonstige Einschränkungen. Deshalb arbeiten wir mit anderen Hilfesysteme (z.B. Frühförderung, Logopädie, Ergotherapie oder ähnliches) kooperativ zusammen und so können eine individuelle Bildungsbegleitung und eine sichere Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder gewährleistet werden.
Inklusion bedeutet für uns als Fachpersonal, dass alle Kinder durch ihre Stärken, Interessen, Lern- und Entwicklungstempo miteinander besser die Bildungsprozesse umsetzen können.

7.4 Sprachliche Bildung und Förderung
Für den Kontakt mit anderen ist die Sprache für den Menschen unerlässlich. Bei der sprachlichen Bildung agiert das Betreuungspersonal deshalb als Vorbild und animiert die Kinder dazu, ihre Sprachkompetenzen weiterzuentwickeln oder aktiv aufzubauen. Dazu dienen unter anderem
 Reime und Gespräche führen
 Lieder singen
 Verse
 Bilderbücher anschauen
 Pädagogisches Fachpersonal als Sprachvorbild

7.5 Mathematisches Grundverständnis
Das mathematische Denken bedeutet, Gesetzmäßigkeiten und Strukturen zu erkennen und miteinander in Beziehung zu setzen.
Dieses Denken zeigt, dass Kinder nach ihren verschiedenen Eigenschaften, Sachen sammeln, sortieren und vergleichen. Sie differenzieren Steine, Muscheln oder Blätter, aber auch Alltagsgegenstände wie Plastikbecher, Kisten, Kartons und Joghurtbecher, welche zum Abstrahieren und Gruppieren einlädt. So hat jedes Kind sein eigenes Ordnungssystem, und so sich an sehr unterschiedlichen Kriterien orientieren kann: z.B. durch Kochen, Essen, Putzen, Formen (rund, eckig, gerade), Farben (von bunt nach grau) oder auch Gefühlen (Lachen, Wut, Trauer, usw.).

Ziel:
Unser Ziel ist es, den Kindern im Alltag spielerisch unterschiedliche Formen, Farben, Mengen, Gewichte und Größen anzubieten und ihnen diese bewusstzumachen.

7.6 Frühkindliche Medienbildung
Durch unsere medientechnische Welt, kommen Kinder von klein auf an mit Medien in Kontakt. Deshalb bieten wir in der Kinderkrippe folgende Medien an:

 Auditive Medien:

  • CD-Spieler (Kinder dürfen CD-Spieler an- und ausschalten, laut und leiser drehen)

Visuelle Medien:

  • Handy (Fotos und Videos werden gemeinsam angeschaut und produziert)
  • Bücher (werden vorgelesen, gemeinsam angeschaut und zum Teils auch von den Kindern selbst kommentiert)

7.7 Umweltbildung und -erziehung
Ein wichtiger Schwerpunkt ist bei uns Natur und Umwelt. Wir gehen täglich in unseren Garten. Dort können die Kinder verschiedene Tiere (Käfer, Vögel, usw.) und Pflanzen in ihren natürlichen Lebensraum entdecken und beobachten. Hier zu bieten wir Lupenbecher an zur genaueren Betrachtung. Zudem haben wir mit den Kindern die Möglichkeit in große Blumenkästen unser eigenes Gemüse und Kräuter anzubauen.
Da der Garten verschiedene Ebenen hat, können die Kinder zudem ihre Kräfte und Motorik durch Klettern selbst erfahren und stärken.

7.8 Naturwissenschaft und Technik
Bereits im Krippenalter ist frühkindliche Bildung in den Bereichen Technik und Naturwissenschaften möglich. Die Neugier auf alltägliche naturwissenschaftliche Phänomene werden geweckt und wir geben den Kindern die Möglichkeit beim Experimentieren selbst die Antworten zu finden.

Eigenschaften verschiedener Dinge kennen lernen:
durch fühlen, tasten (meist noch mit dem Mund), greifen, schneiden, kleben, Seifenblasen pusten (Luftverschiebung), Bälle werfen, Sand sieben; nassen und trockenen Sand spüren und Wasserspiele im Sommer, verschiedene Größen und Gewichte von Steinen erkunden

Naturveränderungen erkunden (Wasser, Naturkreisläufe usw.)
Samen in Schalen oder Balkonkästen säen, gießen und beim Wachsen zuschauen, Licht- und Schattenspiele, Schneemann bauen und dabei beim Schmelzen zusehen
und vieles mehr

7.8 Soziale Beziehungen
• Soziale Kompetenzen insbesondere Empathie als auch gute Beziehungen aufbauen
• Entwicklung von Werde- und Orientierungskompetenz (Werthaltung, Sensibilität und Achtung von Andersartigkeit und Anderssein)

In der Kinderkrippe kann das Kind durch die vielen verschiedenen sozialen Kontakte mit Erwachsenen und anderen Kindern unterschiedlichen Alters waschen und lernen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird durch gemeinsames Spiel gefördert und gestärkt, die Kinder entwickeln Durchsetzungsvermögen, lernen Kompromisse zu schließen und eignen Bedürfnisse und Gefühle zu erkennen und diese anderen mitzuteilen. Außerdem erfahren sie die Gefühle anderer wahrzunehmen und ernst zu nehmen.

Pädagogische Fachkräfte leben den Kindern verfassungskonforme Werte vor und setzten sich mit ihnen darüber auseinander, welche Bedeutung diese für das eigene Verhalten hat.
• Tägliche Gespräche
• Möglichkeit geben Konflikte selbst zu lösen (Hilfestellung)

7.9 Partizipation
Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe (Einbringen und Überdenken des eigenen Standpunkts). Ein wichtiges Erziehungsziel dabei ist, dass die Kinder lernen, ihre eigenen Ideen, Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu äußern. Die Kinder lernen dabei, ihre Meinung zu vertreten und in der Diskussion miteinander auch andere Meinungen und Standpunkte zu hören und zu akzeptieren.
Durch unsere genauen Beobachtungen der Kinder, können wir die Bedürfnisse der Kinder erkennen und somit unterstützen in ihren Tuen und Sein. Wir als Fachpersonal tauschen und reflektieren unsere Beobachtungen gemeinsam untereinander aus. So können wir die Partizipation der Kinder ein festen Platz einräumen und demokratisch mit den Kindern zu leben.

7.10 Musik
Musik ist nicht nur Teil des Alltags, sondern kann den Kindern auch helfen, Unsicherheiten zu beseitigen, sie beruhigen, trösten, aufmuntern und dient der Sprachentwicklung sie können das Zusammengehörigkeitsgefühl genießen. Schon den jüngsten Kindern macht Musik Spaß. Deshalb nutzen wir Musik gezielt im Alltag der Kinderkrippe. Wir singen und musizieren regelmäßig gemeinsam mit den Kindern; zwischen durch während des Freispiels.

 Bewegungslieder
 Lieder
 CDs anhören

7.11 Bewegungsförderung
Kinder besitzen einen natürlichen Bewegungsdrang und leben diesen natürlich gerne aus. Durch Bewegung könne sie ihre Fähigkeiten erproben und ihr Selbstvertrauen stärken. Die Bewegung bildet nämlich den Motor für den Selbstbildungsprozess des Kindes, wichtig sind die abwechslungsreichen Möglichkeiten. Mit Bewegungsspiele und die Möglichkeit in unserem Bewegungsraum, sowie im Garten zu laufen, springen und toben gewinnt das Kind an zusätzlicher Körperbeherrschung und übt die Kraftdosierung. Dazu bieten wir einen frei zugänglichen Bewegungsraum mit einem Bällebad, verschiedenen Schaukelmöglichkeiten und Bobbycars mit denen sie in der gesamten Einrichtung fahren dürfen. Einen Garten mit Klettermöglichkeiten (auf Steinen, kleine Berge und verschiedenen Ebenen) sowie einen Sandkasten und Schubkarren tragen zur ausreichenden Bewegung der Kinder an der frischen Luft bei.

7.12 Kreatives Gestalten
Durch kreatives Gestalten können sich Kinder sehr gut ausdrücken. Grundlage für kreatives und phantasievolles Arbeiten sind Wertschätzung und Anerkennung der Ideen. Das Kind kann selbständig Arbeiten und aus den vielen Angeboten im Kreativbereich – wie malen, basteln, kleben und schneiden – selbst wählen, den eignen Interessen nachgehen und Talenten selbst zu entdecken.

  • Verschieden Maltechniken
  • Basteln mit Naturmaterialien
  • Knete Herstellung
  • Schneiden und Kleben mit verschiedenen Materialien

 7.13 Gesundheit und Ernährung

  • Frühstück
    Beim gemeinsamen Frühstück bieten wir den Kindern jeden Tag verschiedene Brotarten sowie Käse, Wurst, Marmelade, frisches Obst und Gemüse an. So kann jedes Kind sein Brot individuell nach seinem Geschmack gestalten. Alle Kinder dürfen beim gemeinsamen Tischdecken helfen.
    Um einen gemeinsamen Anfang zu haben darf jeden Tag ein anderes Kind mit uns die Kerze anzünden. Danach wird gemeinsam gebetet. Wenn die Kinder fertig sind mit dem Essen dürfen sie aufstehen.
  •  Mittagessen
    Das Mittagessen bereiten wir selbst zu, es wird jeden Tag frisch gekocht. Bei den Vorbereitungen und Kochen dürfen die Kinder uns Unterstützen.
  •  Getränke
    Den ganzen Tag bieten wir Tee und Wasser an.

8. Lebensraum Kinderkrippe

Durch das offene Konzept haben die Kinder die Möglichkeit ihre Bedürfnisse frei zu erhalten, zu entfalten und zu verwirklichen. Sie bekommen so die Zeit und Unterstützung, diese Räume zu entdecken und sich darin auszuprobieren. Es besteht immer die Möglichkeit, dass die Kinder sich zurückziehen und ihre Ruhephasen einnehmen können (z.B.: Kuschelhölle, Schoß der Fachkräfte, usw.)
Der Tagesablauf knüpft an den Bedürfnissen der Kinder an


 9.Tagesablauf

Unser Tagesablauf ist flexibel und richtet sich nach den Bedürfnissen der Kinder, d.h. die Kinder können frei wählen was sie machen möchten.

7:00 Uhr             Öffnung der Kinderkrippe
                           Spielzeit
9:00 Uhr             gemeinsames Frühstück
9:45-11:15 Uhr  Garten /Schlafen nach Bedürfnis
11:30 Uhr          gemeinsames Mittagessen
ca. 12:15 Uhr    Mittagsschlaf
14:30 Uhr          Brotzeit / anschließende Freispielzeit
17:00 Uhr          Die Kinderkrippe schließt
                          Die Abholzeiten der Kinder sind individuell

10. Unsere Feste

Erntedank
Von den Kindern wird das mitgebrachte Obst angeschaut, benennt, geteilt und gemeinsam daraus ein Obstsalat zu bereitet.

St. Martin
Es werden Laternen gebastelt, Martinslieder gesungen. Beim Laternenfest wird die Martinsgeschichte von den Erzieherinnen erzählt und dann am offenen Feuer gemeinsam ein Stockbrot gebacken und mit den Eltern geteilt.

Adventszeit
Am Adventskranz werden Kerzen angezündet und Lieder
gesungen, vom Adventskalender bekommt jedes Kind eine kleine Überraschung, die Krippe wird aufgebaut, es werden Plätzen gebacken und die Kinder basteln für die Eltern ein Geschenk.
Zum Schluss wird mit den Eltern gemeinsam ein Weihnachtsfest gefeiert.

Nikolaus
Einige Tage vorher wird den Kindern der Nikolaustag näher gebracht durch Geschichten, Bilderbücher und das gemeinsame Singen von Liedern.
Am Nikolaustag steht ein Sack vor der Türe mit gefüllten Nikolaus-Socken.

Ostern
An Ostern werden Osternester individuell gestaltet und mit Weizensamen bepflanzt. Es gibt von den Kindern selbst bemalte Eier.
Die Nester werden gesucht. Mit den Kindern haben wir ein Osterfrühstück mit den selbstgefärbten Eiern, selbstgebackenen Osterlamm und Kresse.

Fasching
An Fasching verkleiden sich die Betreuerinnen und die Kinder haben ebenfalls die Möglichkeit sich zu verkleiden. Die Krippe wird bunt geschmückt. Es wird gesungen und getanzt. Desweitern gibt es ein Faschingsbuffet für die Kinder.

Elterntag (Mutter-, Vatertag)
Mit den Kindern wird ein Geschenk gemacht und zu einem Elternkaffee geladen.

Kindergeburtstag
Der Essensplatz wird besonders geschmückt, es gibt einen von den Eltern gebrachten Geburtstagskuchen.
Das Geburtstagskind bekommt eine Krone und es wird ein Geburtstagslied gesungen.
Natürlich wird ein selbstgemachtes Geburtstagsgeschenk überreicht.

Verabschiedung/Sommerfest
Am Sommerfest wird mit der ganzen Familie der Kinder gegrillt. Kinder die in den Kindergarten kommen werden verabschiedet wie auch unsere Praktikanten.

11. Formen und Ziele der Zusammenarbeit mit den Eltern

Eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist eine unerlässliche Voraussetzung für eine fruchtbare Erziehungsarbeit.
Der Kontakt mit den Eltern wird täglich gepflegt, z.B. beim Bringen und Abholen, den sogenannten Tür und Angelgesprächen.
Wir bieten nach Vereinbarung Elternabende zum Kennenlernen und zum Informationsaustausch an. Es finden auch thematisierte Elternabende, sowie Entwicklungsgespräche statt. Zusätzlich bieten wir nach Vereinbarung extra Termine für Entwicklungsgespräche an.
Die Eltern haben auch die Möglichkeit, in Einzelgesprächen mit dem Personal sich über Probleme oder aufgetretene Spannungen jeder Zeit zu informieren und diese zu besprechen.
An der Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre und einem offenen und ehrlichen Umgang miteinander ist uns sehr gelegen.
Es wird einmal jährlich ein neuer Elternbeirat gewählt. Hier können sich die Eltern an Grundsatzfragen, Festen und Feiern beteiligen.

12. Beobachtung und Dokumentationen

Wir beobachten die Kinder regelmäßig und dokumentieren ihren Entwicklungsstand. Dafür wird zum einen ein Portfolio für jedes einzelne Kind erstellt und geführt, welches Bilder und Texte aus dem Krippenalltag enthält und so die Entwicklung darstellt.
Das Portfolio dient dazu, dass das Fachpersonal und die Eltern einen Einblick in die Entwicklung ihres Kindes bekommen. Auch die Kinder können im späteren Alter so vieles über sich selbst erfahren und erzählen. Deshalb versuchen wir den Portfolio-Ordner für alle (Eltern, Kinder, Personal) gut sichtbar im Gruppenraum aufzustellen.
Desweitern beobachten und dokumentieren wir nach den Entwicklungstabellen von Ulrike und Franz Petermann mit Ute Koglin, welche in verschiedenen Lebensabschnitte für die Krippenkinder nach Alter (3. – 36. Monat) unterteilt sind.
Beides nehmen wir als Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern hinzu.

13. Qualitätssicherung

  • Elterngespräche
  • Reflexion, Überprüfung und Fortschreiben der Konzeption
  • Elternbefragungen
  • Beobachtung und Dokumentation (s.o.)
  • Qualifizierung und Fortbildung des pädagogischen Personals

Anmerkung:
Dieses pädagogische Konzept wurde nach dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen (BEP) erstellt.