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Stand: 30.05.2018

Pressemitteilung

Schuldnerberatung

Überschuldung kann jeden treffen.
Caritas bietet qualifizierte  und kostenlose Schuldner- und Insolvenzberatung an.

Monate oft auch Jahre dauert es meist bis sich überschuldete Personen an die Schuldnerberatung der Caritas wenden. Die Hilfesuchenden kommen aus allen sozialen und gesellschaftlichen Schichten, vom ALG II Empfänger bis hin zum Akademiker. Schulden bestimmen zu diesem Zeitpunkt häufig den Alltag der Betroffenen. Sie haben Angst ihren sozialen Status zu verlieren. Die persönliche und familiäre Belastung ist immer größer geworden. Der Anruf bei der Schuldnerberatung oft der letzte Ausweg.

Warum geraten viele Menschen in die Schuldenfalle?
Die Gründe für Überschuldung sind im Allgemeinen vielfältig. Häufige Ursachen sind unvorhergesehene Ereignisse, wie z.B. Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Krankheit. Genauso kann aber auch eine unwirtschaftliche Haushaltsführung Schulden verursachen. Auch gesellschaftliche Faktoren können die Überschuldung begünstigen. Wir leben in einer konsumorientierten Gesellschaft, die Werbung verkauft uns eine heile Wohlstandswelt. Ein Haus oder ein neues Auto sind Statussymbole, häufig wird der Zwang zum Mithalten können empfunden. Niedriglöhne begünstigen die Schuldenfalle. Werden Rechnungen nicht mehr bezahlt und bestehende Ratenzahlungs- oder Kreditverträge nicht mehr bedient, kommen schnell weitere Kosten und Zinsen zur Forderung hinzu, auch durch die Weiterleitung oder Übergabe an Rechtsanwälte und Inkassobüros. Daraus entstehende Folgen sind Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, wie z.B. Konto- oder Lohnpfändungen oder der Besuch des Gerichtsvollziehers.

Beratung
Zu Beginn der Beratung steht die Existenzsicherung. Anhand eines Haushaltsplanes verschaffen sich die Schuldnerberater einen ersten Überblick. Zusammen mit den Betroffenen werden Möglichkeiten und Strategien zum Schuldenabbau und zur Schuldenregulierung im Rahmen des Möglichen entwickelt, z.B. Ratenzahlungsvereinbarungen, Stundungen, Vergleiche, Festschreibung der Forderung, Zins- und Kostenverzicht. Letzter Ausweg aus der Schuldenfalle kann die Einleitung des Verbraucherinsolvenzverfahrens sein. Sandra Nagl, Leiterin der Schuldnerberatung: „Unser Ziel ist es, die überschuldeten Menschen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch psychisch und sozial zu stabilisieren und neue Lebensperspektiven zu eröffnen. Schon alleine, dass der Briefverkehr nun über unsere Beratungsstelle läuft, nimmt Druck von den Betroffenen.“

Der Bedarf an Schuldnerberatung ist ungebrochen hoch. Die zwei Sozialpädagoginnen, unterstützt von zwei ehrenamtlichen Mitarbeitern und zwei Verwaltungskräften, die alle in Teilzeit tätig sind, haben dieses Jahr schon  240 Klienten in 400 Terminen beraten. „Wer Pfändungsschutz  oder Existenzsicherungsmaßnahmen benötigt, bekommt sofort einen ersten Termin. In anderen Fällen muss mit einer Wartezeit von rund 3 Monaten gerechnet werden. Eng arbeiten wir auch mit unserer Allgemeinen Sozialberatung zusammen, die in Fällen von Miet- und Stromschulden die Beratung übernimmt.“

Die Caritas-Schuldnerberatung ist von Montag bis Freitag unter Tel. 0991-3987-40 erreichbar.

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