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Stand: 30.05.2018

Pressemitteilung

Frauenhaus - Die Rufbereitschaft sucht Verstärkung

Der Gewalt entkommen
Das Frauenhaus Deggendorf bietet Schutz, Sicherheit und sozialpädagogische Unterstützung

So unterschiedlich wie das Alter sind auch die Lebensgeschichten der Frauen, die Zuflucht  im Frauenhaus suchen. Doch allen gemein ist, dass sie Opfer häuslicher Gewalt durch ihren Mann oder Lebensgefährten geworden sind. Frau M. hat Anfang 20 ihre Jugendliebe geheiratet. Das junge Paar baute ein Haus. Bald schon kamen die beiden Kinder zur Welt. Wenig Schlaf, Schulden und die familiären Verpflichtungen führten immer öfter zu Streit. Das erste Mal schlug Herr M., weil ihm das gekochte Essen nicht geschmeckt hat. Mit den Jahren brauchte er keinen Grund mehr, um gewalttätig zu werden. Frau M. blieb der Kinder wegen und weil sie sich schuldig fühlte. Erst als Herr M. auch gegenüber den Kindern gewalttätig wurde, meldete sich Frau M. beim Frauenhaus. Frau K. ist noch in der Ausbildung und lebt mit ihrem Freund zusammen. Auf einem Fest tanzte Frau K. mit einem fremden Mann.  Sie lachte und hatte viel Spaß; solange bis ihr Freund sie aus dem Festzelt zog, ins Auto zerrte, ihr Handy aus dem Fenster warf und sie zu Hause angekommen grün und blau schlug. Sie konnte zu den Nachbarn fliehen, die daraufhin die Polizei verständigten. Frau T. ist schon im Seniorenalter. Seit Jahrzehnten erträgt sie den Jähzorn ihres Mannes, seine Beleidigungen, Beschimpfungen und Kontrollen.  Er duldet keinen Besuch ihrer Freundinnen, kontrolliert ihr Handy und wenn er getrunken hat, wird er auch mal handgreiflich. Die mittlerweile erwachsenen Kinder, von denen Frau T. dachte, dass sie nie etwas mitbekommen haben, bestärken sie ins Frauenhaus zu gehen. Frau M., Frau K. und Frau T. sind erfunden, doch ihre Lebensgeschichten begegnen den Mitarbeiterinnen im Frauenhaus. „Jedes Jahr suchen zwischen 15 und 30 Frauen aus dem Landkreis Deggendorf Zuflucht und Schutz vor körperlicher und/oder psychischer Gewalt im Frauenhaus. Sie sind zwischen18 und rund 70 Jahren alt. Manche kommen für ein paar wenige Tage, andere bleiben Wochen und Monate. Die Wohnungssuche gestaltet sich oft schwierig“, so die Auskunft.

Im Frauenhaus kommen die Frauen erst einmal zur Ruhe. Sie erfahren individuelle sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung, um die erfahrene Gewalt zu verarbeiten und  Probleme aufzuarbeiten. Daneben gilt es die finanzielle Existenz zu sichern, sowie Arzt- und Anwaltstermine bei Bedarf zu begleiten. Eine neue Lebensperspektive und Existenz muss aufgebaut werden. Nicht alle Frauen entscheiden sich zur Trennung, sondern kehren in die bestehende Ehe oder Partnerschaft zurück. Sie erhalten genauso Hilfestellung und Beratung und können falls es doch wieder zu Gewalt kommt, erneut aufgenommen werden.

Da das Frauenhaus auch Schutz für die Kinder der Frauen bietet und diese selbst oft Zeugen oder Opfer von Gewalt sind, werden Hilfen für Kinder eingeleitet.  Ein notwendiger Kindergarten- oder auch Schulwechsel wird organisiert.

Die Rufbereitschaft sucht Verstärkung
Manche Frauen fliehen aus einer akuten Gewaltsituation. Dank  der ehrenamtlichen Rufbereitschaft ist eine Aufnahme in das Frauenhaus zu jeder Tages- und Nachtzeit über die Rufnummer 09 91- 38 20 20 möglich. Die Rufbereitschaft sucht jederzeit weitere ehrenamtliche Mitarbeiter, die nach Büroschluss und an den Wochenenden, je nach den individuellen Zeitmöglichkeiten, telefonisch für diesen Dienst erreichbar sind und die hilfesuchende Frau ins Frauenhaus aufnehmen. Die freiwillig Tätigen werden in die Arbeit eingeführt und für ihren Einsatz geschult. Wer Interesse zur Mitarbeit hat, kann sich über das Frauenhaustelefon melden.

„Wir beraten auch Frauen, die aufgrund häuslicher Gewalt eine Trennung und einen Umzug ins Frauenhaus in Erwägung ziehen“, erklärt die zuständige Sozialpädagogin und ergänzt, „dass es durchaus Sinn macht, gut vorbereitet  und beraten diesen Schritt zu gehen. Auch nach dem Auszug aus dem Frauenhaus begleiten wir die Frauen auf Wunsch weiter.“

 

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