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Stand: 17.08.2021

Pressemitteilung

10 Jahre Tagesbetreuung

Die Katharinenstub`n der Caritas gibt`s nun schon 10 Jahre.

Tagesbetreuung für Senioren
Eine Erfolgsgeschichte, die gefeiert gehört!  Doch leider sind wir noch mitten in der Pandemie.

Corona hat vieles verändert. "Nach über 4 Monaten Zwangspause in der Katharinenstub`n haben wir jetzt, nachdem fast alle unsere Gäste und Betreuungskräfte bereits geimpft sind, die Tagesbetreuung wieder eröffnet. Die Zeit der Schließung wurde genutzt, um die Räume mit frischen Farben zu versehen und natürlich wurde das Hygienekonzept erweitert", erklärt Marianne Simmerl, Gerontopsychiatrische Fachkraft und Leiterin der Tagesbetreuung.

Aber von Anfang an:
Die erste Betreuungsgruppe fand bereits am 1. Oktober 2002 statt. Gerontosoziologin Silvia Braun-Frommelt hatte damals begonnen, den Helferkreis (ehrenamtliche Personen zur Unterstützung im Alltag pflegebedürftiger Menschen) ins Leben zu rufen. Sie suchte Interessierte, die sich sozial engagieren wollten und schulte diese zu den Themen Demenz, alterstypische Erkrankungen, Umgangsformen mit diesem Personenkreis usw. Durch ihre Funktion als Demenzberaterin der Caritas kannte Braun-Frommelt die Situation der Angehörigen; wie schwierig es sein kann, demenzkranke Personen oft rund um die Uhr zu pflegen und zu betreuen. Sie wusste auch, wie alleinstehende Betroffene mehr und mehr vereinsamen, wenn keine sozialen Kontakte bestehen. Der geschulte "Helferkreis", wie sie die Gruppe nannte, ging dann stundenweise in die Haushalte, um für erkrankte Personen da zu sein und die Angehörigen zu entlasten.
Zeitgleich gründete sie die damalige Demenzgruppe, die jeweils Dienstag nachmittags in den Räumen der Caritas angeboten wurde. Ein Hol- und Bringdienst wurde ebenfalls organisiert. 2008 verließ Braun-Frommelt die Caritas und den niederbayerischen Raum aus privaten Gründen; Marianne Simmerl, gerontopsychiatrische Fachkraft, übernahm die Beratung und Leitung des Helferkreises und der Betreuungsgruppe.
Die Anmeldungen für die Betreuungsgruppe stiegen stetig an und der Raum, der damals für die Nachmittage genutzt wurde, wurde schnell zu klein. Außerdem wurde es schwierig, allen Gästen durch die große Gruppe die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken. Hans-Jürgen Weißenborn, in seiner damaligen Funktion als Geschäftsführer der Caritas und leitende Mitarbeiterinnen der Sozialstation suchten nach einer Lösung und es wurde die Idee der Tagesbetreuung im April 2011 geboren. Der Plan machte einige hausinterne Umzüge notwendig, um Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Katharinenspitals für diesen Zweck als Einheit zu gewinnen. Liebevoll gestaltet mit Möbeln, die Demenzerkrankten aus ihrem Alltag vertraut sind, wurde eine Wohnküche, ein kleines Wohnzimmer und ein Gemeinschaftsraum eingerichtet. Die Mitarbeiter gaben der Einrichtung den Namen "Katharinenstub`n". Nun konnte das Konzept der individuellen Betreuung umgesetzt werden. Feste Betreuungskräfte betreuen maximal  12 und der Pandemie geschuldet aktuell 6 Gäste gleichzeitig. Die Senioren haben die Möglichkeit halbe und auch ganze Tage zu buchen. Manche kommen einmal wöchentlich, andere fünfmal - je nach Bedarf.

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag, von 8.00 - 17.00 Uhr kann die Katharinenstub`n besucht werden.

Ein Tag in der Katharinenstub´n
Herr X. und Frau A. sind beide Frühaufsteher und warten morgens bereits auf den netten Herrn des Fahrdienstes der Malteser, der sie in die Gruppe bringt. Gerti, die Betreuungskraft, hat bereits ein herzhaftes Frühstück vorbereitet und freut sich auf die Gäste. "Die beiden mögen am liebsten Butter und Marmelade auf die Semmel", weiß Gerti, die gerne mit ihnen frühstückt. "Wichtig sind die gemeinsamen Gespräche, wie war die Nacht, welche schönen Momente oder auch Ärgernisse hat es gestern gegeben", erzählt Gerti.  Sie merkt, wie gut es den beiden tut. Da ist jemand, der zuhört und Zeit hat. Frau A. will aber nicht nur reden, sie möchte sich auch in ihrem Alter noch nützlich machen; gebraucht werden. So hilft sie gerne beim Zubereiten des Mittagsessens. "Ich schäle die Kartoffeln oder schneide das Gemüse, das habe ich früher immer gemacht und kann das noch ganz gut", sagt sie. "Schließlich habe ich mich mein ganzes Leben lang um meine Familie gekümmert". Herr X. liest in dieser Zeit die Zeitung. "Gekocht hat früher immer meine Frau", sagt er. Ihn interessieren mehr die Neuigkeiten in Deggendorf, besonders der Sport. Im Laufe des Vormittags kommt Frau E. dazu. Ihr Ehemann bringt sie selber vorbei.  "Ich bringe meine Frau zweimal die Woche in die Katharinenstub`n", äußert er. "Seit die Demenzerkrankung meiner Frau fortgeschritten ist, muss ich zu Hause den ganzen Haushalt alleine bewältigen; außerdem bin ich auch nicht mehr der Jüngste. Wenn meine Frau zu Hause ist, muss ich mich um ihre Bedürfnisse kümmern. Ich bin froh, dass es die Katharinenstub`n gibt, hier ist sie in guten Händen und ich nutzte die Zeit für Besorgungen und evtl. mal auch für eigene Interessen."
Frau E. braucht Unterstützung bei allen Aufgaben des täglichen Lebens. Sie deckt mit Hilfe von Gerti den Mittagstisch. Alleine würde sie dies nicht mehr schaffen. Oft bleibt zwischendurch auch Zeit für ein Spiel. Nach dem Essen freut sich Frau A. auf ihr Kanapee, "des schreit schon nach mir", wie sie sagt. Auch die anderen ruhen sich gerne aus.

"Bei schönem Wetter verbringen wir viel Zeit im Garten unter der schattigen Pergola. Auch der Nachmittagskaffee mit selbstgebackenem Kuchen schmeckt im Freien besser. Musik, Bewegung,

Gemeinsam bei der Sitzgymnastik Spaß erleben und die Fitness erhalten.

Gedächtnis- und Sitzspiele, Rätsel oder Berufe raten, basteln und vieles mehr wird angeboten", erzählt Sonja, die nachmittags die Gruppe unterstützt. Herr W. freut sich immer über die Sprichwörter, die ergänzt werden. Darin ist er besonders gut. "Einige Gäste bedanken sich für den schönen Tag", sagt Sonja. "Dies freut mich und gibt mir das Gefühl, etwas Besonderes geleistet zu haben".
Marianne Simmerl erklärt: "Jeder Gast darf so sein, wie er ist, auch wenn dies nicht mehr immer der Norm entspricht. Sein Wohlbefinden, seine individuellen Wünsche und seine Bedürfnisse sind uns wichtig."

Ehrenamtlich für Senioren da sein
Schon seit 2008 leitet Marianne Simmerl neben ihrer Tätigkeit in der Fachstelle für pflegende Angehörige und der Demenzberatung die Einrichtung. "Ohne die ehrenamtlichen Betreuungskräfte könnten wir den Tag nicht so individuell gestalten, dass sich auch jeder einzelne Gast wohlfühlt", sagt Simmerl. "Alle Helferinnen bringen sich mit ihren Vorzügen und Fähigkeiten in die Gruppe ein. Dadurch gibt es ganz individuelle Angebote im Tagesablauf", erwähnt Simmerl und bedankt sich bei jeder Einzelnen.
"Neben der Katharinenstub`n bieten wir auch die Unterstützung im häuslichen Bereich an. Ohne ehrenamtliches Engagement würde unser Versorgungssystem zusammenbrechen", davon ist Marianne Simmerl überzeugt und sieht den Bedarf in Zukunft noch weiter ansteigen.

Für die anspruchsvolle Tätigkeit im Helferkreis bietet die Caritas jährlich eine Schulung über 40 Stunden mit den Themen: Altersbedingte und demenzielle Erkrankungen, Beschäftigungsmöglichkeiten, den Umgang mit den Kranken, die Kommunikation sowie die Situation der pflegenden Familien, an. Der Kurs ist zertifiziert und ermöglicht Einsätze im häuslichen Bereich und in der Tagesbetreuung. Für dieses Ehrenamt wird eine Aufwandspauschale ausbezahlt.
Die Qualität der Betreuung wird durch Fortbildungen und fachliche monatliche Begleitung gesichert.

Doch zurück zum Feiern
185 Gäste konnten in den zurückliegenden Jahren schöne Stunden in der Katharinenstub´n verbringen. 240 Angehörige wussten ihre Eltern/Partner gut aufgehoben und konnten die Zeit für sich nutzen. 100 Personen ließen sich zum ehrenamtlichen Helfer bzw. Alltagsbegleiter schulen. Ihr Einsatz ist entweder in der Tagesbetreuung oder bei den Senioren zu Hause. 12 feste Betreuerinnen kümmern sich aktuell, teils vom ersten Tag an, um derzeit 21 Gäste.

Manuela Stephan, geschäftsführende Vorständin: "Das sind Zahlen, die für sich sprechen und die uns stolz machen. Gerne hätten wir beispielsweise mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Da dies in der aktuellen Situation immer noch nicht möglich ist, laden wir Interessierte ein, sich bei unserer Einrichtungsleitung Marianne Simmerl zu melden, um Näheres zu erfahren und gerne auch, natürlich unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften, einen Schnuppertag zu vereinbaren."

Marianne Simmerl ist unter der Nummer 0991/389714 oder simmerl@caritas-deggendorf.de  zu erreichen.

 

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